Dr. Ulrich Kater, Chefvolkswirt der DekaBank, zeigte auf dem jährlichen Katerfrühstück der DekaBank am Aschermittwoch in Wien Lösungsmöglichkeiten auf: „Letztendlich führen drei Wege vom Schuldenberg hinunter: entweder die Staaten nehmen eine höhere Inflationsrate in Kauf, sie setzen auf Wachstum oder sie konsolidieren ihre Haushalte“, meinte Kater und schränkte ein: „ Keine Maßnahme alleine stellt den Königsweg dar. Für die meisten EU-Staaten ist eine Kombination aus Wachstumsstärkung und Konsolidierung sicher das beste Mittel. Eine höhere Inflationsrate hingegen hätte nur einen geringen Einmaleffekt auf den Abbau der Staatsschuld. Insgesamt dürfte der Abbau der Staatsverschuldung mindestens zehn Jahre in Anspruch nehmen.“
Die aktuelle Debatte über die Lage in Griechenland und die möglichen Folgen für die Wirtschaft in der Europäischen Union stellt eine zusätzliche Belastungsprobe dar. „Die größte Gefahr geht von der Eigendynamik der Kapitalmärkte aus“, warnte Kater. „ Die neu aufkommende Nervosität könnte zu einem Domino-Effekt führen.“ Kater betonte, dass die Situation in Griechenland unabhängig von der weltweiten Finanzmarktkrise entstanden ist. Die Krise habe über Jahre aufgebaute Probleme in einigen Staaten schonungslos aufgedeckt: „Die Kapitalmärkte sind nicht bereit ein „weiter so“ zu tolerieren.“
Dabei verläuft die Entwicklung in der Eurozone durchaus unterschiedlich. Österreich steht nach Einschätzung des DekaBank-Chefvolkswirtes in der aktuellen Situation eher robust da. Hier reichen geringere Anstrengungen als in anderen Ländern aus, um die Schuldenstandsquote stabil zu halten. Ausschlaggebend dafür ist vor allem der relativ hohe Wachstumspfad. Damit hat Österreich einen breiteren finanzpolitischen Spielraum als beispielsweise Griechenland, aber auch als Deutschland. Die Finanzmärkte honorieren die solide Aufstellung: für österreichische Staatsanleihen werden vergleichsweise niedrige Risikoaufschläge fällig.