Im Fondsmantel des Schroder ISF* Strategic Credit wurde zum 15. Juni die Investmentstrategie verändert und dabei die bisherige Durationsspanne von mindestens drei bis maximal fünfeinhalb Jahren auf null bis maximal drei Monate verringert. Mit einem Produkt, welches Durationsrisiko und Zinsrisiko fast vollständig eliminiert wird Anlegern ein echtes Novum angeboten. Der SISF Strategic Credit ist ansonsten nahezu identisch mit dem erfolgreichen SISF Global Corporate Bond, der sich über 1,3 und 5 Jahren stetig im 1. Quartil befindet. Eine Umbenennung in SISF Global Corporate Bond Duration Hedged erfolgt in den nächsten Monaten. „Bislang setzte sich das Gesamtrisiko des Fonds aus dem Zins- und dem Kreditrisiko zusammen“, kommentiert Achim Küssner, Geschäftsführer der Schroder Investment Management GmbH für Deutschland, Österreich und die Benelux-Länder. „Nach der Minimierung der Duration wird künftig im Wesentlichen noch das Kreditrisiko der Einzelwerte als Risikoquelle übrig bleiben. Dies ist angesichts des bestehenden wirtschafts- und zinspolitischen Umfeldes eine vorausschauende und vernünftige Maßnahme, um die Interessen der Anleger und ihr Kapital zu schützen. Schroders ist eines der ersten Häuser, die zu solchen Absicherungsmaßnahmen greifen. Ähnliche Strategien sind zukünftig auch für andere Rentenfonds angedacht. Damit erweist sich Schroders erneut als besonders innovativer Vermögensverwalter und erfolgreicher Anleihemanager.“
Hintergrund für die Umstellungen der Investmentstrategie sind Zinsgefahren, denn steigende Zinsen sind Gift für Anleihekurse. Je niedriger die Duration, desto geringer ist die Zinsanfälligkeit. Dass die Zinsen schneller steigen könnten als erwartet, zeigt beispielsweise der unlängst veröffentlichte britische Verbraucherpreisindex. Ein Rückgang der Jahresteuerungsrate von 2,3 Prozent im April auf zwei Prozent im Mai wurde erwartet, tatsächlich aber ging die Inflationsrate nur auf 2,2 Prozent zurück, und die Kerninflationsrate, die stark im Preis schwankende Waren wie Energie und Lebensmittel nicht berücksichtigt, stieg sogar von 1,5 auf 1,6 Prozent. Für die Eurozone hat Schroders unlängst die hauseigene Prognose der durchschnittlichen Inflationsrate bereits von 0,5 auf 0,7 Prozent für das Jahr 2009 angehoben, vor allem wegen der steigenden Energiepreise, die einerseits die wirtschaftliche Erholung bedrohen, gleichzeitig aber inflationstreibend wirken. Zwar können Zentralbanken durch Zinserhöhungen der Inflation entgegenwirken, damit wird aber auch das Wachstum gebremst. Bislang gehen die meisten Experten davon aus, dass Zinserhöhungen erst gegen Ende nächsten Jahres erfolgen werden, wenn sich wieder Wirtschaftswachstum einstellt. Eine höher als erwartet ausfallende Inflationsrate könnte aber die Notenbanken zwingen, schon früher ihre ultralockere Geldpolitik aufzugeben. Die Eurozone-Zinsprognose von Schroders für Dezember 2010 ist bereits auf 1,25 Prozent gestiegen.
Erträge wird der Schroder ISF Strategic Credit künftig nur über die Auswahl von Kreditsektoren, Emittenten und Einzelwerten generieren, nicht mehr über Zins-, Durations- oder Makrostrategien. Der Referenzindex wird deswegen ebenfalls angepasst, als neue Benchmark dient der von der British Bankers’ Association ermittelte Referenz-Zinssatz (BBA Libor) für Dreimonats-Eurotermingelder (Ticker: EU0003M Index). Morningstar führt den Fonds im Sektor Europe OE - Euro Global Bond, Lipper im Sektor Bond Global Corporate. Bei Morningstar GIFS (Micropal) heißt der Fondssektor Fixed Income Global – Corporate. Das Anlageziel bleibt unverändert: Der Fonds strebt weiterhin durch die Investition in alle Arten von Unternehmensanleihen, maximal 20% in Staatsanleihen, maximal 20% in High Yield und Hochzinsanleihen aus den Schwellenländern oder auch Wandelanleihen Kapitalschutz und Mehrrenditen für die Investoren an. ABS Struturen sind nicht erlaubt. Desweiteren wird das Währungsrisiko gehedged. Die Fondsmanager Wesley Sparks und Jamie Stuttard verfolgen in der Regel etwas aggressivere Strategien als herkömmliche Unternehmensanleihenfonds, wodurch langfristig höhere Erträge erzielt werden sollen, als konventionelle Fonds im historischen Vergleich erreicht haben. Der Anlageprozess des Fonds beginnt damit, dass die Fondsmanager jene Märkte und Sektoren identifizieren, die mit größter Wahrscheinlichkeit in den kommenden Monaten besser abschneiden als andere Märkte oder Sektoren. Regionale Präferenzen bestehen dabei im Grundsatz nicht, der Fonds kann unbeschränkt sowohl in den USA, in Europa oder auch in anderen Regionen investieren. Die Fondsmittel werden entsprechend der Einschätzung des Managements aufgeteilt und von Spezialisten in den jeweiligen Regionen verwaltet, die Anleihen oder Kredite mit besonders hohen Ertragschancen auswählen.
Um Anleger vor den Gefahren steigender Zinsen zu schützen, wird es im Laufe des Jahres zu einer Erweiterung der Unternehmensanleihenfonds kommen: Der besonders erfolgreiche Schroder ISF Euro Corporate Bond, der über ein Volumen von 2,5 Milliarden Euro verfügt, wird zusätzlich in einer Version angeboten werden, bei der das Durations- beziehungsweise Zinsrisiko ebenfalls minimiert ist.
*Schroder ISF steht für Schroder International Selection Fund.