Weltwirtschaft verliert an Schwung Im Folgenden erhalten Sie einen einen aktuellen Marktausblick von Léon Cornelissen, Senior Strategist im Team für Analyse der Wirtschafts- und Finanzmärkte von Robeco. Thema des Berichts ist "„Weltwirtschaft verliert an Schwung, aber keine erneute Rezession“:
„Weltwirtschaft verliert an Schwung, aber keine erneute Rezession“
Angesichts der allmählich reduzierten staatlichen Fördermaßnahmen, der langsam abgeschlossenen Auffüllung der Lagerbestände in den entwickelten Ländern und der Sparmaßnahmen in den großen Schwellenländern verliert die Weltwirtschaft an Schwung. Da die Kerninflationssätze in den wichtigsten Volkswirtschaften sinken, bleibt die Geldpolitik wahrscheinlich locker. Robeco-Experte Cornelissen erwartet volatile, aber sich seitwärts bewegende Märkte.
Léon Cornelissen
Die europäische Schuldenkrise wird laut Cornelissen in den kommenden Monaten noch nicht gelöst werden können. Das bedeutet, dass das Gespenst eines Staatsbankrotts in naher Zukunft wieder auftauchen und das Finanzsystem neu belasten könnte.
Die Unternehmenserträge haben sich erholt. Zurzeit ist die Zahl der Ertragskorrekturen nach oben in etwa gleich der Zahl der Ertragskorrekturen nach unten. Die Analysten erwarten weltweit ein durchschnittliches Ertragswachstum von 35 Prozent, was Cornelissen zufolge eine realistische Schätzung ist. Angesichts des leicht schwächeren Wirtschaftswachstums erwartet der Robeco-Experte – anders als in den vorangegangenen Quartalen – keine signifikanten Überraschungen mehr bei den Erträgen.
Die Zinssätze für Staatsanleihen liegen auf einem extrem niedrigen Niveau, zumindest in den Ländern, die als „sichere Häfen“ gelten. Währenddessen scheint sich der Spread zwischen Anleihen der Peripherieländer der Eurozone und deutschen Anleihen in den vergangenen Wochen nicht vergrößert zu haben. Dessen ungeachtet erwartet Cornelissen in den kommenden Monaten keinen wesentlichen Anstieg der Zinssätze für „sichere Häfen“.
Bei Aktien sieht der Robeco-Experte Chancen in defensiven Sektoren, vor allem Telekommunikationswerte sowie Aktien für Basiskonsumgüter. Denn diese könnten ihre relativ gute Performance in einem volatilen, sich seitwärts bewegenden Markt weiter verbessern.
Langfristig könnte es Cornelissen zufolge – wie bereits 2008 – zu einer Preisexplosion bei Rohstoffen kommen. Denn die weltweit wachsende Mittelklasse erzeugt eine höhere Nachfrage. Aktuell sind die Aussichten jedoch nicht besonders rosig.
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