Deutschland ist Zugpferd für mehr Wachstum

Gute Aussichten herrschen derzeit für die deutsche Konjunktur, eher durchwachsene für den gesamten europäischen Raum: Die Wirtschaft verschiedener Staaten wird sich auseinander entwickeln, so die Einschätzung der W&W Asset Management GmbH. Newscenter | 09.08.2010 18:29 Uhr
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W&W Asset Management GmbH, eine Tochtergesellschaft des Stuttgarter Vorsorge-Spezialisten Wüstenrot & Württembergische (W&W) zur Wirtschaftsentwicklung in Europa.

Während Deutschland als Wachstumslokomotive die Konjunktur der EWU anziehen wird, haben die von der Verschuldungskrise gebeutelten „Sorgenkinder“ Europas wirtschaftlich zu kämpfen.

Konjunkturdynamik erhöht

Nach einem enttäuschenden ersten Quartal 2010 hat sich die Konjunkturdynamik in der EWU – insbesondere in Deutschland – spürbar erhöht. Antriebsmotor dabei
war das boomende Exportgeschäft, das von einer sehr hohen Nachfrage der Schwellenländer profitierte. Die Erholung des Industriesektors schlägt sich in
Deutschland zunehmend auch positiv auf den Arbeitsmarkt nieder. Die gute Nachricht: Für die deutsche Wirtschaft sind die Aussichten laut Dr. Torsten Gruber,
W&W Chefökonom, weiterhin positiv: „Allerdings wird das Wachstum im zweiten Halbjahr moderater ausfallen.“ Deutlich kritischer ist die Lage hingegen in einigen EWU-Peripheriestaaten: „Aufgrund der fiskalpolitisch notwendigen Sparmaßnahmen liegt dort die Gefahr einer erneuten und eventuell lang anhaltenden Rezession deutlich höher. Das belastet auch das Wirtschaftswachstum der gesamten Eurozone. In diesem Umfeld wird sich Deutschland zu einem Zugpferd für das Wirtschaftswachstum der EWU entwickeln.“

Inflation: Mittelfristig steigende Inflationsraten?

In ruhigen Bahnen und auf einem niedrigen Niveau verläuft aktuell die Inflationsentwicklung in der EWU. Die Erzeuger- und Importpreise sind zwar im
Zuge der Euroabwertung spürbar gestiegen. „Angesichts der unverändert sehr zurückhaltenden Binnennachfrage werden die Unternehmen diese Preiszuwächse
aber nur sehr begrenzt an die Endverbraucher weiterreichen können. Das zeigen ähnliche Situationen aus der Vergangenheit“, berichtet Dr. Gruber. Der mittelfristige Ausblick sieht hingegen etwas anders aus: Bei einem sich stabilisierenden Wirtschaftswachstum und steigenden Löhnen können Inflationsrisiken entstehen, sofern gleichzeitig durch eine zu passive Geldpolitik der EZB das quantitative Umfeld für steigende Inflationsraten vorhanden ist, so der Experte.
Der Euro: Erneute Schwäche gegenüber US-Dollar erwartet Dass es den von der Verschuldungproblematik betroffenen Staaten gelang, neue Staatsanleihen am Kapitalmarkt zu platzieren, beruhigte die EWU-Krise und die Sorge um die kurzfristige Liquiditätslage deutlich. Hinzu kamen überraschend positive Konjunkturnachrichten aus der EWU. Das gab dem Euro Aufwind, so dass er nach der zuvor erfolgten Abwertung wieder an Stärke gewann. „Kurzfristig besteht aus unserer Sicht noch ein gewisses Aufwertungspotenzial. Im weiteren Jahresverlauf ist aber mit einer erneuten Euro-Schwäche zu rechnen“, berichtet der Analyst der W&W Asset Management. Denn ein wieder anziehender Optimismus für die US-Konjunktur dürfte dem US-Dollar neue Impulse geben und ihn im Vergleich zum Euro stärken.

Geldpolitik und Rentenmarkt: Langfristige Zinsen auf Rekordtief

Die Leitzinsen befinden sich in Europa auf einem historischen Tief und daran wird sich auf absehbare Zeit auch nichts ändern – das zumindest lassen die Verlautbarungen der EZB vermuten. Vor diesem Hintergrund und aufgrund der Verschuldungskrise sank die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen Anfang Juni auf ein neues Rekordtief von knapp über 2,5 Prozent. Danach stiegen die Zinsen wieder leicht auf rund 2,75 Prozent. Auch weiterhin ist mit wenig Bewegung bei den
Langfristzinsen zu rechnen, so die Einschätzung von Dr. Torsten Gruber: „Erst eine Aufhellung der US-Konjunkturperspektiven dürfte gegen Jahresende zu einem moderaten Anstieg der Renditen lang laufender Anleihen führen.“

Aktienmarkt: Positive Einflussfaktoren setzen sich voraussichtlich durch

Negative und positive Einflüsse auf die Aktienmärkte hielten sich die Waage, so dass sich der Euro STOXX 50 seit Ende Mai innerhalb eines breiten Kursbandes
seitwärts bewegte. Auf der negativen Seite spielt die Verschuldungskrise eine bedeutende Rolle, denn sie veranlasste Investoren, sich insbesondere von
Aktientiteln aus den EWU-Peripheriestaaten zu trennen. Das bedeutete einen Kursrückgang für den Euro STOXX 50, in dem beispielsweise spanische Banktitel
hoch gewichtet sind. „Der deutsche Leitindex DAX hingegen hielt sich mit einem Kursgewinn von rund zwei Prozent seit Jahresbeginn deutlich besser“, so der
W&W Chefökonom. Positive Kursimpulse kommen vor allem von den Unternehmensberichten zum aktuellen Geschäftsverlauf. „Zudem fehlen aufgrund des niedrigen Zinsniveaus attraktive Anlagealternativen zu Aktien. Insgesamt erwarten wir deshalb, dass sich nach dem Sommer die positiven Faktoren durchsetzen und sich an den Aktienmärkten eine freundliche Kurstendenz einstellt.“

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